Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Warum dieses Buch schreiben?
Wer sollte dieses Buch lesen?
Quellen
Danksagung
Haftungsausschluss
Anmerkung der Übersetzer

Warum dieses Buch schreiben?

Wenn ich auf einer Feier bin, schauen mich Leute nicht mehr mit einem blanken Gesichtsausdruck an, wenn ich ihnen erzähle, dass ich freie Software schreibe. "Ach ja, Open Source, wie Linux?" ist jetzt die immer häufigere Reaktion. "Ja, genau! Das mache ich.". Es ist schön, nicht mehr ganz zu einer Randgruppe zu gehören. In der Vergangenheit konnte ich die nächste Frage meistens schon erahnen: "Wie verdient man denn dabei Geld?". Als Antwort, fasste ich die wirtschaftlichen Hintergründe von Open Source kurz zusammen: Es gibt Organisationen die daran interessiert sind, dass eine bestimmte Software existiert, ohne sie direkt verkaufen zu müssen. Es geht ihnen einfach darum, die Software zu nutzen und nicht so sehr es als Produkt zu verkaufen.

In letzer Zeit jedoch, drehte sich die nächste Frage nicht immer um Geld. Die Wirtschaftlichkeit von Open Source Software[1] ist nicht mehr so rätselhaft, und viele Nicht-Programmierer, verstehen mittlerweile—oder sind zumindest nicht überrascht—, dass manche damit eine Vollzeit-Beschäftigung gefunden haben. Statt dessen ist die Frage die ich immer häufiger höre, "Ach ja, wie funktioniert das eigentlich?".

Dafür hatte ich keine gute Antwort parat, und je mehr ich versuchte eine zu finden, desto mehr wurde mir bewusst, was für ein komplexes Thema es wirklich ist. Ein Open Source Projekt zu leiten, ist nicht unbedingt wie die Leitung einer Firma (Stellen Sie sich vor ständig mit einer Gruppe von Freiwilligen über die Natur Ihres Produkts diskutieren zu müssen, von denen Sie den Meisten noch nicht einmal begegnet sind!). Es ist auch nicht wie die Leitung einer gewöhnlichen, gemeinnützigen Organisation, oder eines Staates. Es gibt Ähnlichkeiten zu allen aber ich bin langsam zu dem Schluss gekommen, dass freie Software in dieser Hinsicht einzigartig ist. Es gibt vieles womit man es sinnvoll vergleichen kann, jedoch nichts womit man es gleichsetzen kann. Tatsächlich geht die Annahme etwas weit, dass man ein Open Source Projekt überhaupt "führen" könne. Ein Open Source Projekt kann angefangen werden und es kann durch interessierte Beteiligte beeinflusst werden, oft sogar relativ stark, aber es kann niemals zum Eigentum eines einzelnen Besitzers gemacht werden, und solange es irgendwo Beteiligte gibt, die daran interessiert sind es fortzuführen, kann es niemals von einer Partei stillgelegt werden. Jeder hat unendliche Macht; jeder hat keine Macht. Es ergibt sich daraus eine interessante Dynamik.

Das ist der Grund für dieses Buch. Freie Software Projekte haben eine ausgeprägte Kultur entwickelt, mit einer Gesinnung in dem die Freiheit Software zu entwickeln, die alles macht was man will, der zentrale Grundsatz ist. Das Ergebnis dieser Freiheit ist jedoch nicht eine Zerstreuung der einzelnen Beteiligten, die alle ihren eigenen Weg mit dem Code gehen, sondern eine enthusiastische Zusammenarbeit. Tatsächlich ist die Kompetenz zur Zusammenarbeit, einer der am meisten geschätzten Fähigkeiten in Open Source Software. Diese Projekte zu verwalten ist wie das Angehen einer Art exzessive Kooperation, indem die eigene Fähigkeit mit anderen zusammenzuarbeiten und neue Wege zu finden mit ihnen zusammenzuarbeiten, konkrete Vorteile für die Software bringen kann. Dieses Buch versucht Techniken zu beschreiben um das zu erreichen. Es ist keineswegs vollständig, aber immerhin ein Anfang.

Gute freie Software ist an und für sich schon ein würdiges Ziel, und ich hoffe, dass Leser die nach neue Wege suchen es zu erreichen, mit dem was sie hier finden, zufrieden sein werden. Darüber hinaus hoffe ich etwas von der Freude an der Arbeit mit einem motivierten Team von Open Source Entwicklern, und der wundervoll direkten Art mit Benutzer zu interagieren, wozu Open Source ermutigt, vermitteln zu können. An einem erfolgreichen Open Source Projekt teilzunehmen macht Spaß, und letztlich ist das es, was das ganze System am laufen hält.



[1] Im Prinzip sind die Begriffe "Open Source" und "Frei" in diesem Kontext Synonyme. Sie werden in „"Frei" kontra "Open Source"“ im Kapitel Kapitel 1, Einleitung ausführlicher behandelt.