RSS-Feeds

RSS (Really Simple Syndication) ist ein Mechanismus, um mit Metadaten versehene Kurznachrichten an "Abonnenten" zu verteilen, sprich Menschen, die ein Interesse bekundet haben, diese Neuigkeiten zu erfahren. Eine gegebene RSS-Quelle wird üblicherweise als Feed bezeichnet, und die Schnittstelle des Benutzers wird Feed-Reader oder Feed-Aggregator genannt. RSS Bandit und der namengebende Feedreader z.B. sind zwei quelloffene RSS-Reader.

Hier ist nicht der Raum für eine detaillierte technische Erklärung von RSS[34], aber Sie sollten sich zumindest zweier Dinge bewusst sein. Erstens: die Feed-Reader-Software ist durch den Benutzer bestimmt und ist dieselbe für alle Feeds, die dieser abonniert hat – tatsächlich ist das der springende Punkt bei RSS: dass der Abonnent selbst die Schnittstelle für alle Feeds bestimmt, und so sollte sich jeder Feed ausschließlich auf das Verteilen der Inhalte konzentrieren. Zweitens: RSS ist inzwischen so allgegenwärtig, dass die meisten Menschen gar nicht bemerken. dass sie es damit zu tun haben. Im großen Ganzen scheint es sich bei RSS einfach um einen kleinen Knopf auf einer Webseite zu handeln mit einer Beschriftung etwa "diese Seite abonnieren" oder "News feed". Sie klicken auf diesen Knopf und von da an aktualisiert sich Ihr Feed-Reader (der z.B. auch ein in Ihre Startseite eingebettetes Applet sein könnte) automatisch wann immer es Neuigkeiten von dieser Site gibt.

Das heißt dass Ihr Open-Source-Project möglicherweise einen RSS-Feed anbieten sollte (beachten Sie, dass viele Hosting-Sites – siehe „Hosting-Pakete“ – es fix und fertig anbieten). Widerstehen Sie der Versuchung, täglich so viele Neuigkeiten zu verbreiten, dass Ihre Abonnenten die Spreu nicht mehr vom Weizen trennen können. Wenn es zu viele Neuigkeiten gibt, werden die Benutzer den Feed einfach ignorieren, wenn nicht sogar gleich ganz abbestellen aus Verärgerung. Idealerweise würde ein Projekt unterschiedliche Feeds anbieten: einen für die großen Neuigkeiten, einen z.B. für Bugtracker-Aktivitäten, einen weiteren je Mailingliste usw. In der Praxis ist es schwierig, hier alles richtig zu machen; so kann es leicht zur Verwirrung bei den Schnittstellen für Besucher und Administratoren der Website führen. Zumindest aber sollte das Projekt einen RSS-Feed auf der Hauptseite anbieten, der die herausragenden Ankündigungen anbieter wie z.B. Freigaben und Sicherheitswarnungen. [35]



[35] Ehre, wem Ehre gebührt: dieser Abschnitt war nicht Teil der ersten Ausgabe dieses Buches, aber Brian Aker's Blog-Eintrag "Release Criteria, Open Source, Thoughts On..." erinnerte mich an die Nützlichkeit von RSS-Feeds für Open-Source-Projekte.